Lade Veranstaltungen

« Alle Veranstaltungen

  • Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.

Den Nazis eine schallende Ohrfeige versetzen!

24. März |19:30

Ein literarischer Kammermusikabend mit Roman Knižka und dem Bläserquintett OPUS 45

„Den Nazis eine schallende Ohrfeige versetzen“ wollte der überzeugte Pazifist Konrad Reisner und initiierte u.a. gemeinsam mit Willy Brandt eine zunächst ausweglos erscheinende Kampagne: Reisner setzte alles daran, für Carl von Ossietzky die Verleihung des Friedensnobelpreises zu erwirken, um so den inhaftierten Journalisten und Herausgeber der Zeitschrift „Die Weltbühne“ aus dem KZ Papenburg-Esterwegen zu befreien. Eine berührende Geschichte und eines von vielen mutigen Zeugnissen des Widerstands gegen das NS-Regime, das in diesem literarischen Kammermusikabend zu hören sein wird.

Das Programm ist jenen mutigen Künstlern gewidmet, die sich bis zuletzt hartnäckig gegen den faschistischen Terror behaupteten. Zu Gehör kommen unter anderem Paul Celans „Todesfuge“ sowie Gedichte französischer Häftlinge des KZ Buchenwald. Bertolt Brechts satirischem „Lied vom Anstreicher Hitler“ steht Oskar Maria Grafs mutiger Aufruf „Verbrennt mich!“ gegenüber, Kurt Tucholskys bitterböser „Ode an Das Dritte Reich“ die ironisch-melancholischen Exil-Gedichte der jüdischen Schriftstellerin Mascha Kaléko.

Für die Lesung konnte man als Sprecher den bekannten TV-Schauspieler Roman Knižka gewinnen, der den Deutschen Fernsehpreis 2021 erhielt und auch Grimme-Preisträger ist. Durch seine Rollen in diversen Kino- und TV-Filmen, im „Tatort“ und zunehmend auch in Produktionen des Streamingdienstes Netflix („Dark“, „Das Privileg“ u.v.m.) ist Roman Knižka einem Millionenpublikum bekannt.

Musikalisch umrahmt wird die Lesung durch große, teils jedoch lange Zeit vergessene Werke für Bläserquintett. Sie stammen allesamt von Komponisten, die zu Opfern der nationalsozialistischen Diktatur und des Holocausts wurden, deren „Wille, Kunst zu schaffen aber stets ebenso stark gewesen ist wie unser Wille zu überleben.“ So fasste es Pavel Haas zusammen, der hochbegabte tschechisch-jüdische Komponist und Schüler Leoš Janáčeks, interniert im KZ Theresienstadt, später in Auschwitz ermordet. Neben Haas‘ Bläserquintett opus 10 erklingt die „Kleine Kammermusik“ des als „entarteten Künstler“ diffamierten Komponisten Paul Hindemith sowie „Sechs Bagatellen“ von György Ligeti, der die Hälfte seiner Familie in deutschen Konzentrationslagern verlor.

Der Literarische Kammermusikabend wird vom Fachbereich Kultur der Stadt Brandenburg an der Havel, mit der Unterstützung vom event-theater e.V. präsentiert. Da das Konzert komplett vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg gefördert wird, fällt kein Eintrittspreis an. Mit dieser Veranstaltung soll ein Startschuss für eine Veranstaltungsreihe „Zeichen setzen“ ins Leben gerufen werden.

Eintritt frei! Einlass 19 Uhr.

Foto: Daniel Haeker Photography

Details

Datum:
24. März
Zeit:
19:30
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
, ,

Veranstaltungsort

Johanniskirche
Johanniskirchplatz
Brandenburg an der Havel, 14770 Deutschland

Veranstalter

event theater
Telefon:
+49 3381 793277
E-Mail:
info@event-theater.de